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Postkarten für Deniz Yücel

Solidarität mit verhaftetem Kollegen

Postkarten für Deniz Yücel

dju in ver.di ruft zu Aktion auf - Mahnwache und Vortrag

Deniz Yücel. 1000 Postkarten für den in der Türkei inhaftierten Kollegen sind das Ziel einer ver.di-Solodaritätsaktion.

Seit Langem werden Demokratie, Pressefreiheit und Menschenrechte in der Türkei mit Füßen getreten. Journalisten, Uni Professoren, Lehrerinnen und Lehrer sitzen in Gefängnissen fest. Mit fairen Gerichtsverhandlungen ist nicht zu rechnen. Mit der Verhaftung von Deniz Yücel ist eine neue Eskalationsstufe erreicht.

Lasst uns gemeinsam ein Zeichen der Solidarität für Deniz Yücel und alle anderen politischen Gefangenen in der Türkei setzen. Eine Postkarte und eine Briefmarke ist alles was benötigt wird. Schreiben wir gemeinsam eine Solidaritätsadresse an Deniz Yücel.

Wenige Zeilen genügen. Ein paar Worte die Mut machen, Anteilnahme signalisieren und ein deutliches Zeichen gegen Unterdrückung setzen. Bitte leitet diesen Aufruf auch an Eure Verteiler weiter. Überschwemmen wir das Gefängnis in Silivri stellvertretend für alle Gefängnisse in der Türkei mit unseren solidarischen Grüßen für die politischen Gefangenen und signalisieren der türkischen Regierung, dass Demokratie, Menschenrechte und Pressefreiheit keine Verhandlungsmasse für was auch immer sind.

Die Adresse im Gefängnis lautet:

DENIZ YÜCEL, Silivri Kapalı Ceza İnfaz Kurumu, Semizkumlar Mahallesi, Çanta Caddesi

34570 Silivri / İstanbul, Türkei

Mahnwache in Nürnberg

Aktiv vertreten war die dju jüngst bei einer Mahnwache für die Freilassung von Yücel und den anderen Journalistinnen und Journalisten in türkischer Haft vor der Nürnberger Lorenzkirche. Bei dieser Aktion sprach neben anderen Georg Escher, Mitglied im Bundesvorstand der dju in ver.di und Politikredakteur.

Georg Escher erklärte: "Die Repression gegen die Pressefreiheit hat in der Türkei ein Ausmaß erreicht wie nirgendwo sonst auf der Welt. Derzeit sitzen mehr als 150 Journalisten in türkischen Gefängnissen, das sind mehr als in allen Ländern der Welt zusammen - China, wo ebenfalls schlimme Zustände herrschen, eingeschlossen. Das dürfen wir nicht hinnehmen."

Und er betrachtete dabei einen oft vernachlässigten Aspekt: "Pressefreiheit hat auch einen ökonomischen Aspekt. In der Türkei werden Zeitungen und Fernsehsender, die vielfach Teil von Mischkonzernen sind, mit dem Entzug staatlicher Aufträge zum Schweigen gebracht oder mit Steuerverfahren und hohen Strafzahlungen überzogen. Unter solchen Bedingungen kann es keine Pressefreiheit geben."

Das gelte aber nicht nur in der Türkei, sondern auch in Deutschland: "Um die ökonomische Pressefreiheit geht es oft aber auch bei uns. Jeder, der Presseartikel nur noch per Facebook konsumiert, aber nichts mehr bezahlt, muss sich auch die Frage stellen, welchen Beitrag er zur ökonomischen Sicherung der Pressefreiheit liefert."

In dem Nürnberger Aufruf zum Protest gegen das Vorgehen der türkischen Regierung gegen die Pressefreiheit und gegen Oppositionelle hieß es: "Wir erklären uns solidarisch mit dem in der Türkei inhaftierten deutschen Journalisten Deniz Yücel und fordern seine sofortige Freilassung. Mit dem Welt-Korrespondenten sitzen jetzt 155 Journalisten in Erdogans Knästen. Sie alle müssen aus dem Gefängnis frei kommen und wieder ihre Arbeit aufnehmen können."

Vortrag am 4. April

Erdogans "Neue Türkei" ist auch das Thema eines Vortrages von Georg Escher am Dienstag, 04. April um 19.30 Uhr im Mehrgenarationenhaus in Röthenbach an der Pegnitz. Der außenpolitische Redakteur und langjährigr Türkei-Kenner informiert über seine Einschätzung der Lage in der Türkei zwischen dem Machtanspruch der demokratisch gewählten Regierung Erdogan und dem Einfluß der religiösen Gülen-Bewegung auf Justiz, Verwaltung, Militär und Wirtschaft. Der Eintritt ist frei.

Näheres hier: https://www.facebook.com/events/1140572939399134/