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Tarifverhandlung beginnt im Januar

Gewerkschaften fordern 4,5 Prozent

Tarifverhandlung beginnt im Januar

Rascher Abschluss ist das Ziel

Am 30. Januar 2018 beginnt um 13 Uhr die erste Runde der Tarifverhandlungen für die Zeitungs-Journalisten_innen. Darauf haben sich die Deutsche Journalisten- und Journalisten-Union in ver.di und der Deutsche Journalistenverband mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) geeinigt. Ort dieses Treffens wird Berlin sein.

Der Wunschtermin der dju wäre deutlich früher gewesen. Angesichts der moderaten Forderung von einer linearen Erhöhung von 4,5 Prozent hatte man den Verlegern drei Termine im Dezember vorgeschlagen. Diese Zurückhaltung der Gewerkschaften habe die Möglichkeit für einen schnellen Abschluss der Verhandlungen eröffnet. Dies sollte in dieser reinen Gehaltsrunde im Interesse aller Beteiligten sein.

dju-Verhandlungsführer Matthias von Fintel zeigte sich in einem Schreiben an den BDZV denn auch enttäuscht darüber, dass die Terminangebote ausgeschlagen wurden. Über den 30. Januar hinaus nannte er in Absprache mit dem Deutschen Journalistenverband den 20. Februar als weiteren Termin für eine zügige Fortsetzung der Verhandlungen. Der dju-Tarifsekretär machte auch deutlich, dass der späte Beginn der Verhandlungen keineswegs bedeute, dass die Gewerkschaft schon jetzt einen späteren Zeitpunkt als den 1. Januar 2018 für Tariferhöhungen akzeptiere.

Ferner kritisiert Matthias von Fintel, dass der BDZV in seiner Antwort auf die Terminvorschläge keinerlei Äußerungen zu den Forderungen der Gewerkschaften gemacht hat. Man habe ausreichend Zeit gehabt, hierzu eine Stellungnahme zu formulieren.

dju und DJV fordern auch eine  Mindesterhöhung von 200 Euro für die untersten Tarifgruppen, also für die Volontäre_innen und die Jungredakteure_inen. Dies aus gutem Grund: Nach den sparsamen Abschlüssen der vergangenen Jahre haben die Zeitungsverlage erkennbar Probleme, begabte Nachwuchskräfte für Qualitätsjournalismus zu finden. Hinzu kommt, dass Online-Journalisten_innen vielerorts in tariflose Gesellschaften ausgegliedert wurden. Damit lasse sich, so die dju, keine Zukunft gestalten. Die besten Köpfe gingen bald wieder verloren.

Klaus Schrage, Vorsitzender der dju-Tarifkommission und Sprecher der dju Mittelfranken, kennt solche Fälle aus nächster Nähe. Er sagt: "Wenn sich fähige junge Kolleginnen und Kollegen in die Pressestelle eines Konsumunternehmens wechseln, weil sie sich ihren Idealismus nicht mehr leisten wollen oder können, ist das geradezu tragisch. Bei den Verlagen müssten die Alarmglocken schrillen."

Die Tarifforderung der Gewerkschaften gilt auch für für die arbeitnehmerähnlichen Freie und Pauschalisten, die unter den so genannten 12a-Tarifvertrag für arbeitnehmerähnliche Freie fallen. Dessen Geltungsbereich soll, so die dju, um die Bundesländer Hessen und Mecklenburg-Vorpommern erweitert werden.