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"Blitz" ist eingestellt

Aus für Nürnberger Anzeigenblatt

"Blitz" ist eingestellt

Blatt war nicht mehr wirtschaftlich - Vor allem Zusteller*innen sind betroffen

Mit großem Bedauern hat die Gewerkschaft ver.di von der Einstellung des Anzeigenblattes der Blitz erfahren. "Dadurch werden zahlreiche prekär Beschäftigte hart getroffen", erklärt dazu die ver.di-Fachsekretärin Barbara Schneider. „Ausgerechnet
jetzt in der Wirtschaftskrise werden die geringfügig Beschäftigten auf die Straße gesetzt.“

Der Niedergang des von der Nürnberger Anzeigenverwaltung GmbH herausgegebenen Anzeigenblattes wurde durch die Entscheidung beschleunigt, den Erscheinungstag vom
Sonntag auf den Samstag zu verlegen und auf aktuelle Nachrichten zu verzichten. Somit ging das Alleinstellungsmerkmal verloren, durch das der ehemalige Sonntagsblitz zu einer beachteten Publikation geworden war. „Dieses Konzept konnte nicht aufgehen“, so Barbara Schneider. "Dennoch war der Blitz eine Informationsquelle für Menschen, die sich kein reguläres Zeitungs-Abo leisten können."

Die mit dem durch die Corona-Krise verursachten Einbruch der Werbeerlöse begründete Entscheidung, das Anzeigenblatt kurzfristig einzustellen, traf die Beschäftigten dennoch
völlig überraschend. Eine entsprechende Ankündigung hatte es nicht gegeben.

Während die mit dem Blitz befassten Mitarbeiter*innen des Verlags Nürnberger Presse weiterbeschäftigt werden, sieht es für die über 500 Zusteller*innen schlecht aus. Vor allem die treuen Mitarbeiter*innen reagierten nach den Worten von Barbara Schneider schockiert über das Vorgehen des Unternehmens. Zukunftssorgen bewegten nun aber alle Zusteller*innen. War doch der Blitz ein fest eingeplanter Zusatzverdienst, besonders wichtig für die zahlreichen Zusteller mit einer Schwerbehinderung.

Eine geordnete Abwicklung konnte der Betriebsrat gemeinsam mit ver.di auf den letzten Metern noch sicherstellen. Engagierte Verhandlungen sicherten eine Lösung ohne rechtliche
Auseinandersetzung mit der Arbeitgeberin und sicherten so Klarheit für die Beschäftigten mit Ausspruch der Kündigung. Barbara Schneider: "Es waren intensive Verhandlungen um den Sozialplan und Interessenausgleich, die dem Betriebsrat viel abverlangt haben. Es ging immerhin um die Wahrung der Rechte und Interessen der Zusteller*innen. Im Einzelfall wird die Trennung nicht billig werden."

dju