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Was hilft gegen Populisten?

Dreiländertreffen der Initiative Qualität im Journalismus

Was hilft gegen Populisten?

Der Nürnberger dju-Sprecher Klaus Schrage war Referent zu diesem Thema

In der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien (BLM) in München hat das 14. Dreiländertreffens der Qualitätsinitiativen aus der Schweiz, Österreich und Deutschland stattgefunden. Auf Einladung von IQ, der Initiative Qualität im Journalismus, tagten 20 Delegierte der Initiativen, berichteten über ihre Arbeit und die Mediensituation in ihren Ländern und diskutierten mit Gästen.

Für die dju war neben Susanne Stracke-Neumann aus Berlin der Sprecher der dju Mittelfranken und Betriebsratsvorsitzende im Verlag Nürnberger Presse, Klaus Schrage, als Referent dabei. Er äußerte sich zum Thema "Journalismus und Populismus". Dabei führte er am Beispiel des umstrittenen "Umwelt"-Sau-Videos aus, dass Anlass und Ausmaß der öffentlichen Erregung häufig in keinem Verhältnis stünden. Gleichwohl müssten Bedrohungen und Beleidigungen entschieden bekämpft werden. Journalist*innen dürften im Shitstorm nicht allein gelassen werden, so Schrage, der diese Forderung insbesondere auch an die Medienhäuser richtete. Wie sich in der Diskussion herauskristallisierte, ist der Widerstand gegen Hassbotschaften auch eine Aufgabe für die Berufsverbände. Staatsanwaltschaften seien den Justizministerien unterstellt. Wer wolle, dass entsprechende Straftaten verfolgt und zur Anklage gebracht würden, müsse dies gegenüber der Politik fordern.

Schließlich erklärte Klaus Schrage: "Das beste Mittel gegen Populisten sind Transparenz und journalistische Qualität." Letztere hänge aber davon ab, dass Journalist*innen unter guten Rahmenbedingungen arbeiten könnten. Wenn wegen eines immer weiter wachsendem Arbeitsdruck die Möglichkeit zur eigenen Recherche und zum Faktencheck fehle, hätten die Verschwörungstheorektiker leichtes Spiel.

Ferner ging es beim Dreiländertreffen unter anderem um wissenschaftliche Studien wie die breit und langfristig angelegte internationale Untersuchung „Worlds of Journalism“, um eine Kooperation zwischen Wissenschaft und Praxis, die auf Vertrauensbildung in Lokalredaktionen zielt, oder um den Medienvielfaltsmonitor der BLM. Schließlich waren die die Werkstattgesprächean Schulen und Hochschulen der Süddeutschen, die "News-WG" vom Bayerischen Rundfunk und die Langzeit-Beobachtung der NSU-Prozesse Themen des Treffens.

Näheres zum Dreiländertreffen und Links zu den Projekten unter http://www.initiative-qualitaet.de/

kls/uk