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Journalist*innen schützen

dju Bayern wendet sich an Medienhäuser

Journalist*innen schützen

Ziel: Politisch motivierte Angriffe wirksam abwehren

Die dju Bayern fordert Zeitungs- und Zeitschriftenverlage sowie die Anbieter von Online-Portalen dazu auf,die für sie tätigen Journalist*innen wirksam vor politisch motivierten Angriffen zu schützen.

Die drei Sprecher des Landesvorstandes, Klaus Schrage, Tamara Pohl und Heinz Wraneschitz, verweisen in ihrem Schreiben auf die jüngste Veröffentlichung der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen. Darin werde festgestellt, dass immer mehr Kolleginnen und Kollegen ihre Arbeit in einem Klima der Angst erledigen müssten. Unter diesen Voraussetzungen sei zupackender Journalismus nicht möglich.

Deshalb brauchten Journalist*innen jegliche mögliche Rückendeckung. Diese werde seitens der Gewerkschaft gegeben. Doch auch die Auftraggeber seien aufgerufen, Unterstützung - gegebenenfalls auch juristische - zu gewähren. Um eine Reaktion auf die dju-Initiative wird explizit gebeten.

Das Schreiben des dju-Landesvorstandes hat folgenden Wortlaut:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

im Namen des dju-Landesvorstandes Bayern wenden wir uns mit einem dringlichen Anliegen an Sie. Es geht um den bestmöglichen Schutz unserer Kolleginnen und Kollegen vor politisch motivierten Angriffen.

Anlässlich der Vorstellung ihrer neuen Rangliste der Pressefreiheit hat die Organisation Reporter ohne Grenzen darauf hingewiesen, dass Journalistinnen und Journalisten immer häufiger aggressiven Angriffen beziehungsweise Einschüchterungen ausgesetzt sind. Insbesondere rechtsextreme Gruppierungen wie AfD, NPD oder Identitäre Bewegung treten hier zusehends unangenehm in Erscheinung.

Journalismus werde immer häufiger in einem Klima der Angst gemacht, lautet die Feststellung von Reporter ohne Grenzen.   Wir alle, Sie als Arbeitgeber und Verbreiter von Nachrichten, und wir als gewerkschaftliche Vertretung unserer Kolleg*innen, sollten uns einig sein, dass eine solche Entwicklung nicht hingenommen werden darf.

Zeitungen, Zeitschriften und Online-Portale brauchen eine engagierte, mutige und kritische Berichterstattung. Die Qualität der journalistischen Beiträge entscheidet über die Zukunftschancen zumindest der auch mit Themen aus den Bereichen Politik (auch Lokal) und Wirtschaft befassten Medien. Nur wenn diese glaubwürdig unabhängig und wahrhaftig berichten, werden sich Leser*innen und User*innen finden, die für Journalismus gutes Geld zahlen.

Andererseits: Erfolgreich eingeschüchterten Kolleg*innen wird dann kein zupackender Journalismus gelingen, wenn ihnen unsere Rückendeckung fehlt. Wir Gewerkschaften prangern Angriffe gegen Medienschaffende an, wie organisieren öffentliche Solidarität. Unsere

Mitglieder unterstützen wir durch unseren Rechtsschutz.Sie als Verlagsleitungen oder Portalbetreiber sind indes in ganz besonderer Weise zur Hilfe für bedrängte Journalist*innen aufgerufen. Wer auftragsgemäß recherchiert und formuliert hat, egal, ob festangestellt oder freiberuflich, darf im Falle zum Beispiel eines Shitstorms in den Sozialen Netzwerken nicht im Stich gelassen werden. Er/sie muss vielmehr den bestmöglichen Schutz seiner Auftraggeber bekommen. Wozu es für uns gehört, dass juristisch gegen unangemessen aggressive Angreifer vorgegangen wird.

Mit diesem Schreiben rufen wir Sie dazu auf, den für sie tätigen Journalist*innen umfassende Rückendeckung zu bieten und uns Ihre Bereitschaft hierzu in einer schriftlichen Antwort zu bestätigen. Sollten Sie erklären, dass dies für Sie eine Selbstverständlichkeit darstellt, wären wir umso erfreuter.

Wir werden unsere Initiative öffentlich machen und wollen auch über Ihre Reaktionen informieren. Ihr Einverständnis für dieses Vorgehen setzen wir voraus."